Pressemitteilung vom 14.10.2020

Eine duale Ausbildung für junge Menschen mit Förderbedarf und Anschlussperspektive ist auf Erfolgskurs

IN VIA Köln hat die wissenschaftliche Betrachtung „Aufbau und Verstetigung der Ausbildung ‚Fachpraktiker*in Service in sozialen Einrichtungen' in NRW veröffentlicht. Die Studie, die über einen Zeitraum von drei Jahren seit September 2017 erhoben wurde, hatte das übergeordnete Ziel, die bestehenden Strukturen der Ausbildung zu betrachten, zu optimieren und im Hinblick auf eine Ausweitung in NRW zu standardisieren. Sie soll als zentrales Modell für die künftige Berufsbildung von Förderschülern und für die Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen in Deutschland dienen und Ausbildungsperspektiven schaffen.

Zur Methodik
Mit Hilfe von Methoden aus der empirischen Sozialforschung wurden im Rahmen der Betrachtung unterschiedliche Untersuchungsbereiche beleuchtet und eine Vielzahl von Akteur*innen befragt und einbezogen. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Auf- und Ausbau der Ausbildung an verschiedenen Standorten ergaben sich Fragestellungen, die nun im Rahmen des Forschungsprojekts „Aufbau und Verstetigung der Ausbildung ‚Fachpraktiker Service in sozialen Einrichtungen' (§66 BBiG) in NRW - Wissenschaftliche Betrachtung" analysiert wurden.
Im Fokus standen zum Einen die Betrachtung der konkreten Durchführungsprozesse und zum Anderen die Einschätzung der Wirksam- und Nachhaltigkeit des Fachpraktiker-Konzepts bei IN VIA. Als Basis diente zunächst eine ausführliche Ist-Analyse, gefolgt von Erhebungen und Zwischenberichten, die in einem praxisorientierten Abschlussbericht mündeten. Für jeden Untersuchungsbereich wurden zentrale Meilensteine und Erkenntnisse dargelegt, ergänzt durch sog. Artefakte. Diese bündeln spezifische Informationen zum Ausbildungsgang und stellen für die Praxis Arbeitshilfen dar, um das Fachpraktiker-Konzept auch an anderen Standorten nach Qualitätsrichtlinien durchführen zu können.

Die Ausbildungs-Inhalte
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Partner*innen aus Politik und Wirtschaft wurde 2014 in Köln der Ausbildungsgang „Fachpraktiker*in Service in sozialen Einrichtungen" (gefolgt von Bonn 2015 und Koblenz in 2017) mithilfe von IN VIA ins Leben gerufen und bildet seither junge Menschen mit Lernschwierigkeiten in sozialen Einrichtungen zur Unterstützung der Serviceprozesse im Pflegealltag aus. Die 2-jährige duale Ausbildung stärkt den Einsatz von Menschen mit Lernschwierigkeiten im Pflege-Service-Sektor und zielt somit auf eine langfristige Qualitätssicherung erfolgreicher Inklusion ab. Sie reagiert zudem auf die älter werdende Gesellschaft, in dem sie durch Übernahme von pflegenahen Tätigkeiten die Pflege in Krankenhäusern und Seniorenheimen entlastet.

Nach der Identifikation von Erfolgsfaktoren sowie Verbesserungsbedarfen basiert die Ausbildung auf drei Hauptzielsetzungen:

  • Gewährleistung einer langfristigen und einheitlichen Qualitätssicherung  der Ausbildung
  • Stärkung der erfolgreichen beruflichen Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten im Pflege-Service-Sektor
  • Ausweitung des „IN VIA-Fachpraktiker-Modells" auf mögliche weitere Sektoren

Die Auszubildenden haben im Anschluss die Perspektive auf einen sozialversicherungspflichtigen Dauerarbeitsplatz, den die Kooperationsbetriebe anbieten müssen. Während des Ausbildungszeitraums erhalten die Teilnehmenden ein intensives Jobcoaching durch IN VIA.

Das Erfolgsmodell
Die Fachpraktiker-Ausbildung hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt; auch aus anderen Bundesländern gibt es mittlerweile interessierte Anfragen. So fand Ende September bei IN VIA Köln die Auftaktveranstaltung zum Fachpraktiker*in SiSE in NRW mit weiteren Akteuren statt. Die Ausweitung der Ausbildung ist in sechs Standorten geplant.
Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch Frau Prof. Dr. Katrin Keller, Institut für Gesundheitswissenschaft (IFG) an der Philosophisch Theologischen Hochschule Vallendar.

Die wissenschaftliche Betrachtung wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen und Europäischen Sozialfonds finanziell unterstützt.

Bei Interesse an der wissenschaftlichen Betrachtung sowie Interviewanfragen kontaktieren Sie uns gerne.


Ansprechpartner/-in

Herr Roderich Dörner

Fachbereichsleiter Ausbildung, Beschäftigung, Unternehmenskooperationen



Telefon: (02 21) 47 28 - 825
Telefax: (02 21) 47 28 - 666


Erreichbarkeit:
Montag-Freitag: 9:00-17:00 Uhr