Pressemitteilung vom 17.04.2018

Bundesweiter Tag der Bahnhofsmissionen am 21.4.2018

Köln, 17.04.2018: Ausstellung "Eine farbenprächtige Mission" von Alexandra Ehren im Rahmen des bundesweiten Tags der Bahnhofsmission unter dem Motto "Menschen bewegen. Bahnhofsmission."
Samstag, 21. April 2018, 11 bis 15 Uhr in der Bahnhofsmission Köln, Hauptbahnhof Gleis 1 E, 50667 Köln

Für Fragen, Gespräche und Informationen stehen zur Verfügung:

- Magnus Weiß, Begleitung Kunstprojekte und pädagogischer Mitarbeiter der Paul-Kraemer-Haus gGmbH 

- Corinna Rindle, Leiterin der Bahnhofsmission Köln

Die Künstlerin:
Die Künstlerin Alexandra Ehren lebt im Paul Kraemer Haus in Pulheim-Stommeln, einem Wohnhaus der Gold-Kraemer-Stiftung. 1973 in Mönchengladbach geboren verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend in einem Kinderdorf/Heim, da bald nach ihrer Geburt deutlich wurde, dass sie geistig beeinträchtigt sein würde und ihre Eltern nicht in der Lage waren, sich angemessen um ihr körperliches und seelisches Wohl zu kümmern. Alexandra Ehren hat sprachtherapeutische Unterstützung erhalten, das Sprechen jedoch nicht erlernt, ohne, dass bekannt ist, welche Umstände dem zugrunde liegen. Bis heute kann sie nur wenige Worte sprechen. Ihr Sprachverständnis dagegen ist gut. Alexandra Ehren besuchte bis 1997 verschiedene heil- und sonderpädagogische Schulen, zuletzt die Paul-Kraemer-Schule in Frechen-Buschbell. Seit 1997 arbeitet sie in einer Fördergruppe der Caritaswerkstätten „Gut Frohnhof" in Köln. Im Februar 1993 zog Frau Ehren in das Paul Kraemer Haus Pulheim, das in diesem Jahr eröffnet wurde. Seit 2015 lebt sie im Paul Kraemer Haus Stommeln, das im Zuge der Dezentralisierung und Verkleinerung stationärer Wohnangebote für Menschen mit geistiger Behinderung neu gebaut wurde. Auffallend war schon immer die Vorliebe der Künstlerin für kraftvolle, lebendige, lebensfrohe Farben. Bekannt ist, dass sie bereits als Kind – wenn sie sich alleine beschäftigte – am liebsten gemalt oder Bilder und Fotografien angeschaut hat. Seit 2014 malt Alexandra Ehren unter kunsttherapeutischer Begleitung von Magnus Weiß große Gemälde.

Künstlerisch arbeiten mit Alexandra Ehren (inkl. Steckbrief Magnus Weiß)
Alexandra Ehren wird in ihrem künstlerischen Tun durch Magnus Maria Weiß begleitet, der selbst als Künstler tätig ist. Seine Berufung zur Kunst hat er ebenfalls schon sehr früh gefunden und wurde dabei vor allem durch seine Großmutter unterstützt und gefördert. Seit mehr als drei Jahren ist Magnus Weiß in Kunstprojekte der Paul Kraemer Haus gGmbH eingebunden. Die gGmbH ist die Trägergesellschaft der insgesamt sechs Paul Kraemer Häuser im Rhein-Erft-Kreis und Köln und eine 100%ige Tochter der Gold-Kraemer-Stiftung. Magnus Weiß arbeitet dort als pädagogischer Mitarbeiter im Gruppendienst. Hier lernte er Alexandra Ehren kennen und entdeckte deren künstlerisches Potenzial. Wenn Magnus Weiß und Alexandra Ehren zusammen arbeiten, so nimmt sie ihn jedes Mal mit auf eine ganz eigene Farbreise. Sobald sie ein Gemälde vollendet hat, dreht sie sich zu ihm um, lächelt und zeigt begeistert bereits auf die nächste Leinwand, die sie bemalen möchte. So entstehen und entstanden die stimmungsvollen Werke, die auch einen Einblick in das Innere der Künstlerin erlauben, denn die Bilder offenbaren innere Welten von Frau Ehren, die ohne die Brücken aus Leinwand, Pinsel und Farben nicht zutage treten könnten.

Die Gold-Kraemer-Stiftung
Die Gold-Kraemer-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung privater Initiative zur Förderung von geistig und körperlich behinderten, armen, alten und kranken Menschen. Sie ist das Lebenswerk des Ehepaares Hon. Generalkonsul a. D. Paul R. und Katharina Kraemer. Die Inhaber der Juwelierkette Gold-Kraemer gründeten sechs Jahre nach dem Tod ihres schwerbehinderten Sohnes im Jahr 1972 die Gold-Kraemer-Stiftung. Mit ihr bündelten sie ihr vielfältiges karitatives Engagement. Zur Stiftung gehören heute fünf gemeinnützige und ein gewerbliches Tochterunternehmen. Die Stiftung beschäftigt rund 200 Mitarbeitende im gemeinnützigen und 500 im gewerblichen Bereich mit rund 50 Juweliergeschäften in ganz Deutschland. Die Arbeit der Gold-Kraemer-Stiftung ist geprägt durch den Begriff der Inklusion im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Sie richtet ihr Handeln danach aus, dass jeder Mensch in seiner Individualität akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an der Gesellschaft, das heißt am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teilzunehmen. Alle Angebote und Leistungen der Stiftung haben das Ziel, dass sich Menschen mit und ohne Behinderung im Alltag auf Augenhöhe begegnen. Die Ausstellung kann bis 31. März 2019 täglich zu den Öffnungszeiten der Bahnhofsmission, zwischen 7.00 und 19.00 Uhr, besucht werden.

Die Paul Kraemer Häuser Pulheim und Stommeln
Die Paul Kraemer Häuser Pulheim und Stommeln sind Einrichtungen der Paul Kraemer Haus gGmbH. In den Wohnstätten für Menschen mit einer geistigen Behinderung wird die Begleitung und Unterstützung der Bewohnenden an einem humanistischen Menschenbild ausgerichtet mit dem Ziel, die größtmögliche Lebensqualität für jeden Einzelnen zu erreichen. In den Häusern leben jeweils 26 bzw. 30 Bewohnerinnen und Bewohner in kleinen Wohngruppen von 4 bis 6 Personen. Durch individuelle Begleitung und Förderung jedes Einzelnen wird versucht, ihnen ein den jeweiligen Fähigkeiten und Ressourcen entsprechendes selbstständiges Wohnen und Leben zu ermöglichen. Das Wohnen wird als ein wesentlicher Aspekt im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Individuums verstanden.

Kultur an Gleis 1 – Kunst und Literatur in der Bahnhofsmission Köln
Das Angebot „Kultur an Gleis 1" der Bahnhofsmission Köln bietet Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Genres die Möglichkeit, ihre Kunst im Herzen der Domstadt auszustellen. Im Kunstraum Bahnhofsmission finden wechselnde Ausstellungen sowie Lesungen statt.

Bahnhofsmission Köln:
Selbstverständnis und Aufgaben Die Bahnhofsmission Köln ist ein ökumenisches Hilfsangebot für Menschen in Notlagen am Bahnhof. Ziel ist es, stabilisierende und praktische Hilfe zu leisten, als "Lotsen" im Kölner Hilfesystem zu fungieren.

Die Bahnhofsmission definiert sich über ihren Platz am Bahnhof, nicht über eine besondere Zielgruppe. Sie ist eine Kontakt- und Beratungsstelle, die verschiedenen Hilfesuchenden zugänglich ist: Anlaufstelle für Reisende und Menschen im Hauptbahnhof, die sich im Netz der sozialen Hilfen nicht zurechtfinden, Betreuung von Familien und Kindern in der Kinderlounge und die Begleitung alleinreisender Kinder bei „Kids on Tour". Menschen jeglichen Alters, jeglicher Herkunft und Nationalität können Informationen, ein Gespräch, gezielte Beratung, Begleitung und Schutz erwarten. Bei weitergehendem Hilfebedarf vermittelt die Bahnhofsmission an die zuständigen Facheinrichtungen und spezielle Beratungsdienste.

Das Spektrum an Unterstützungsbedarf kann von Hilfen im Reisekontext, Schutzräumen für bedrohte Menschen über Suchtprobleme, Wohnungslosigkeit, akute Krisen bis hin zu psychischen/psychiatrischen Erkrankungen reichen. Durch die Hilfen im Reisekontext soll die Mobilität von Menschen gezielt unterstützt werden. In Köln kümmern sich mehr als 60 Ehrenamtliche zwischen 18 und 80 Jahren um die Anliegen der Gäste. Unterstützt werden diese von jungen Menschen im Freiwilligendienst, Praktikant*innen und Hauptamtlichen. Die Bahnhofsmission Köln ist täglich von 7.00 bis 19.00 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter www.bahnhofsmission-koeln.de


Ansprechpartner/-in

Frau Corinna Rindle

Leitung Bahnhofsmission



Telefon: (02 21) 1395 - 622
Telefax: (02 21) 1395 - 879



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