18.01.2019

Lasst uns den Frieden in die Hand nehmen!

Es ist kurz nach 18:00 Uhr am Freitagabend, als die Besucher/-innen der Minoritenkirche durch den Schlag der Chorweiler Friedensglocke zusammenzucken. Für ein paar Minuten herrscht Stille. Nur die Glocke, die langsam ausschwingt, füllt mit ihrem Klang den Kirchenraum. Danach ziehen der Zelebrant Bruder Markus sowie die Messdiener/-innen, die Pfadfinder mit dem Friedenslicht aus Bethlehem und einige Fahnenträger/-innen samt der Glocke zum Altar.

Die katholischen Verbände Kölns hatten an diesem Abend zur Friedensmesse geladen. Vorbereitet wurde sie durch Vertreter/-innen von der kfd, Kolping, KAB, der Pfadfinderschaft St. Georg (BDKJ), pax christi, IN VIA und dem Katholikenausschuss. Sie wird jährlich im Januar anlässlich der Friedensbotschaft des Papstes gefeiert, die zum Weltfriedenstag am 1. Januar erscheint. In diesem Jahr lautete das Motto „Gute Politik steht im Dienst des Friedens“. Der Papst erinnert und ermahnt darin zugleich, dass Politik den Menschen, der Gesellschaft und dem Frieden dienen muss. Sofern dies nicht geschehe, so der Papst, „kann sie zu einem Instrument der Unterdrückung und Ausgrenzung, ja sogar der Zerstörung werden.“ In seiner Ansprache ging Bruder Markus zunächst auf die Friedensglocke ein. Auf ihr sind Hände zu sehen, die von Kindern aus unterschiedlichen Nationen stammen. Sie alle leben in Chorweiler. Hände sind ein Symbol des Friedens. Wir reichen uns die Hände zum Zeichen der Entschuldigung oder der Besiegelung eines Versprechens. Wir nehmen die Hände hoch und signalisieren damit, dass wir unbewaffnet und harmlos sind. Mit den Händen können wir streicheln, können zärtlich sein. Aber wir können auch verletzen, schlagen, abwehren, den Frieden zerstören. Die Hände sind ‚das Werkzeug‘ zum Erschaffen, zur Kreativität und daher ist es unsere Aufgabe, zu entscheiden was wir fabrizieren. Besonders drastisch hob Bruder Markus hervor: „Wer Waffen produziert, ausliefert und Krieg säht, wird Leid und Flüchtlinge ernten.“ Daher müssen wir uns auch als Wähler immer wieder fragen, ob die Politiker/-innen den Frieden oder doch den Machtmissbrauch in die Hände nehmen. Für Gänsehaut sorgte das Friedenslicht aus Bethlehem, das nach den Fürbitten von den Pfadfinder/-innen an alle Besucher/-innen in den Kirchenbänken weitergereicht wurde.

Verbunden mit der Hoffnung, dass der „Funke des Friedens überspringt“, waren alle eingeladen, ihre Friedenslichter zum Altar zu bringen und zur Kommunion in einem Kreis rund um den Altar stehen zu bleiben. Abgerundet wurde die Friedensmesse durch einen kleinen Abendempfang im Kolpinghaus, bei dem neue Kontakte und Vorhaben im Zeichen des Friedens geknüpft werden konnten.

Text und Bilder: Anne Plhak, IN VIA Köln


Ansprechpartner/-in

Frau Anne Plhak

Stabsstelle Christliches Profil & interreligiöser Dialog



Telefon: (02 21) 47 28 - 711
Telefax: (02 21) 47 28 - 666


Erreichbarkeit:
Montag-Donnerstag: 09:00-16:00 Uhr
Freitag: 09:00 - 14:00 Uhr