14.07.2021

Der Einfluss der Coronapandemie im Betreuten Ganztag Sek.I

 

 

Ab dem 16. März 2020 veränderte sich die Arbeit von IN VIA an den weiterführenden Schulen drastisch. Die Schulen wurden geschlossen. Mitarbeitende gingen ins Homeoffice und hielten Kontakt zu ihren Einsatzschulen. Am Mittwoch den 18.03. setzte dann die Notbetreuung ein. Diese war zunächst auf einen sehr engen Personenkreis ausgerichtet. Betreuung bekamen Kinder, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur beschäftigt waren.

An Schulen, wo es direkt einen Bedarf an Betreuung gab, konnte dieser von den IN VIA-Mitarbeitenden gut aufgefangen werden. Dort, wo es kein Betreuungsbedarf gab, musste nach guten Lösungen für die Mitarbeitenden geschaut werden. Und so gab es sehr schönenie Telefonkontakt zu den SuS und den Eltern, Online-Fortbildungen absolvieren, die Betreuungsräume aufräumen und umräumen und liegengebliebene/lästige Aufgaben erledigen. Später waren dann an allen Schulen Betreuungsgruppen entstanden. Es herrschte Sorge vor Ansteckung und große Verunsicherung, wie die Hygiene richtig gut zu bewerkstelligen war. Es gab sehr viel Klärungsbedarf. Die gemütliche Atmosphäre der Nachmittagsbetreuung ab es nicht mehr! Die Kinder saßen auf Abstand und man hatte Sorge, sich über gemeinsam benutzte Gegenstände zu infizieren etc.

Die Mitarbeitenden stellten ein wahres Animationsprogramm auf die Beine, um den betreuten Kindern in ihrer Energie begegnen zu können.

Ab dem 11. Mai bis zum Schuljahresende kamen nun alle Jahrgänge rollierend in die Schule zurück. Parallel zur Notbetreuung gab es nun wieder die klassische Nachmittagsbetreuung an den Präsenztagen der 5. Und 6. Jahrgangsstufe. Wieder musste ein gutes Hygienekonzept her. Alles musste dokumentiert werden.

Es wurde Mut gefasst und das kommende Schuljahr geplant. Wir gingen von einem „normalen" Schuljahr aus. Und so wurden wieder besondere Projekte und Maßnahmen vorgesehen, Personal gesichtet und Konzepte erstellt. Viele freie Mitarbeitende hatten ja schon Monate nicht mehr eingesetzt werden können. Der Unmut war groß über die ausgebliebenen Ausfallhonorare.

Nach den Sommerferien starteten wir zunächst mit allen Maßnahmen und Angeboten. Es gab eine begrenzte Maskenpflicht. Doch konnte man sich mit den Umständen gut arrangieren.

Das kippte dann irgendwann wieder. Die Regeln wurden wieder strenger. Nun kam die kältere Jahreszeit und in den Betreuungsräumen war Lüften und Frieren angesagt. Die wieder steigenden Infektionszahlen wirkten sich auf die Stimmung und Energie der gesamten Schulgemeinschaft aus. Letztendlich wurden die Weihnachtsferien vorverlegt.

Nie habe ich und meine Mitarbeitenden vor solch einer pädagogischen Herausforderung gestanden. Es standen hochkomplexe Aufgaben an und so manch schlaflose Nacht.

....doch bringt eine Krise auch persönliches Wachstum und gute Veränderungen mit sich.
Meine Mitarbeitenden berichten mir, wie gut sie jetzt Krise können. Sie berichteten mir von einer stärker gewordenen Zusammenarbeit mit der Schule, von dem guten Gefühl, wertvolle Unterstützung in dieser Krise zu sein. Es gab viel mehr Austausch und somit viel mehr Wahrnehmung des Gegenübers. Meine Mitarbeitenden berichteten mir auch, dass die Kinder in der Notbetreuung von der kleineren Gruppe und die dadurch „ungeteilte" Aufmerksamt, die sie bekamen, profitierten. Schüchterne Kinder öffneten sich! Es entstanden ganz wunderbare Gespräche und es entwickelten sich interessante Spielideen „auf Distanz". Schüler*innen bemerkten, wie aussagekräftig Augen sind und dass Körpersprache sehr wichtig ist.

Viele Schüler*innen entdeckten das Malen und konnten so ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Andere Kinder lernten mit der Nähmaschine umgehen und etliche Kinder können jetzt ein Rad schlagen.

Die Mitarbeitenden sahen montags in leuchtende Augen. Die Schüler*innen freuten sich auf Schule, die kleine Gruppe und die damit intensivere Aufmerksamkeit auf sie.

Der Mund-Nase-Schutz wurde zum „Schnuten-Pulli" und man kaute nun extra lange und ausgiebig an seinem Pausenbrot, da man hier die Maske nicht tragen musste. Auch entstanden schöne „distanzvolle" Begrüßungsrituale und es wurde festgestellt, dass es plötzlich keine Prügeleien mehr gab.



Ansprechpartner/-in

Frau Bianca Hansmann

Fachberatung Sek. I



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